Lange Zeit wurde das Thema Robo-Advise, also die computergestützte digitale Geldanlage und Vermögensverwaltung, hauptsächlich von jungen Start-Ups aus der Fintech Branche vorangetrieben. Inzwischen zieht die digitale Geldanlage über Anlageroboter immer weitere Kreise und somit auch mehr Aufmerksamkeit auf sich.

Neben den eigenen Angeboten der Fintech Unternehmen gibt es bereits erfolgreiche Kooperationen mit Banken und Sparkassen. Parallel dazu werden immer mehr Banken, Sparkassen und Fondsgesellschaften selber aktiv. Sie präsentieren eigene Robo-Advisor bzw. Online-Plattformen zur digitalen Geldanlage, um sich einen Anteil des Marktes zu sichern bzw. ihren Kunden eigene Alternativen zum Wettbewerb zu bieten.

Wer kooperiert mit wem und wer ist selbst aktiv? Unser Artikel gibt eine Übersicht bestehender Kooperationen zwischen Fintechs und Banken sowie eigener Anlageroboter traditioneller Häuser.

Kooperationen zwischen Fintechs und Banken

Der Robo-Advisor vaamo kooperiert gleich mit mehreren Unternehmen wie dem Vorzeige Fintech N26 (Produkt: N26 Invest), der Santander Consumer Bank (Produkt: Sina) und der 1822direkt, einem Unternehmen der Frankfurter Sparkasse.

Scalable Capital kooperiert mit Siemens. Aktive und ehemalige Mitarbeiter sowie deren Angehörige können die Angebote von Scalable Capital über die Tochter Siemens Private Finance nutzen und profitieren von einer niedrigeren Mindestanlage.

Der als Anlagevermittler aktive Robo-Advisor easyfolio kooperiert bereits seit 2015 mit der ING-Diba im Rahmen einer Wertpapier-Wegweise-Kampagne.

Anfang Juli 2017 kündigte die Hamburger Sparkasse „Haspa“ eine Kooperation mit dem Robo-Advisor investify an. Parallel dazu hat sich die Sparkasse auch am Robo-Advisor beteiligt. Wann und in welcher Form digitale Vermögensverwaltung bzw. der „Robo-Advisor der Haspa“ startet, ist noch offen.

Eigene Robo-Advisor von Banken und Sparkassen

Bereits seit 2016 präsentiert sich der Robo-Advisor VisualVest als Tochtergesellschaft der Union Investment Gruppe (Investmentgesellschaft der DZ Bank-Gruppe und Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbank) am Markt. Anleger können in breit gestreute Portfolios - so genannte VestFolios investieren bei denen auch das Thema „Nachhaltige Geldanlage“ eine bedeutende Rolle spielt.

Im Mai 2017 ging mit cominvest der schon länger angekündigte Robo-Advisor der comdirect Bank online. Anleger können hier direkt aus drei unterschiedlichen Varianten das von ihnen gewünschte Betreuungsangebot wählen. Das Spektrum reicht von vollständiger Vermögensverwaltung bis hin zum Ratgeber-Tool für Selbstentscheider. Die erste Erfolgsbilanz von cominvest fiel positiv aus.

Die Deutsche Bank machte Anfang Juni 2017 über Umwege auf sich aufmerksam, als die Deutsche Asset Management gemeinsam mit der Basler Versicherung die digitale Vermögensverwatung MONVISIO gestartet hat. Weitere derartige Kooperationen mit Vertriebspartnern sollen folgen. Basis ist die Robo-Advisor Plattform „WISE“. Ein eigener Deutsche Bank Robo-Advisor bzw. eine digitale Vermögensverwaltung für die Privatkunden soll laut Handelsblatt-Artikel im Spätsommer 2017 folgen.

Seit Juli 2017 ist mit bevestor eine weitere Lösung zur digitalen Geldanlage gestartet. Bei bevestor handelt es sich um ein Unternehmen der Deka-Gruppe, bei dem Anleger aus drei unterschiedlichen Dachfonds auswählen können. Die Fondsgesellschaft der Sparkassen-Finanzgruppe wartet somit ebenfalls mit einer eigenen Lösung auf. Als Besonderheit kommen hier breit gestreute Portfolios (Dachfonds) zum Einsatz, die aus aktiven Fonds bestehen und nicht rein auf passive kostengünstige ETFs setzen wie viele der Mitbewerber.

Gemäß einem Bericht der Börsenzeitung laufen auch bei der ING-Diba weitere Entwicklungen in Richtung Robo-Advisor. Es bleibt somit spannend und abwechslungsreich.

Wir werden diesen Artikel weiter aktualisieren, wenn es zu neuen Kooperationen oder Robo-Advisor Angeboten von traditionellen Banken kommt. In unserer Robo-Advisor Übersicht finden Sie weitere Anbieter.

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